„Darf ich oder darf ich nicht?“ Sobald du in irgendeiner Art und Weise anfängst, Content zu erstellen, landest du unweigerlich bei dieser Frage – egal ob bei Fotos, Videos oder Musik. In diesem Blogartikel klären wir gemeinsam, was es für uns Creator bei welchen Creative Commons Lizenzen zu beachten gilt.
Ich erinnere mich noch gut an meine ersten eigenen Inhalte, wie verwirrend das Urheberrecht damals und auch heute noch ist. Hej, ich bin Jan, selbstständiger YouTube Video Cutter und KI Content Creator, und ich suche daher täglich nach Fotos, Videos und Musik – sowohl für Kunden als auch für meine eigenen Projekte. Als Urheber:in möchtest du deine Werke verbreiten, aber gleichzeitig die Kontrolle behalten. Als Creator:in möchtest du andere Inhalte nutzen – und hier kommen Creative Commons (CC) Lizenzen ins Spiel.
Inhaltsverzeichnis
- Creative Commons | Häh?
- Gibt’s eine Lizenz für alles?
- CC BY | Die Freizügigste
- CC BY-SA | Für Open Education
- CC BY-ND | Bleibt, wie es ist
- CC BY-NC | Kommerzfreie Zone
- CC BY-NC-SA | Frei, aber unfrei
- CC BY-NC-ND | Harter Brocken
- Was ist für wen geeignet?
- „Sonderlizenzen“ wie CC Null
- Fazit & Extra-Tipp
Was bedeutet Creative Commons?
Creative Commons (CC) Lizenzen sind standardisierte, kostenlose Lizenzverträge, die Urheber ihren Nutzern anbieten, um ihnen bestimmte Rechte bspw. an ihren Texten, Fotos, Musik oder Videos einzuräumen. Sie gehen in der Regel über das „normale“ Urheberrecht hinaus und sind für Urheber:innen ein simpler Weg, um festzulegen, was andere mit ihren Inhalten machen dürfen und was nicht – ohne dass für jedes einzelne Content Piece ein separater Vertrag „geschlossen“ wird.

Gibt es die eine einzige CC-Lizenz?
Nein. Auch wenn es verschiedene Icons mit konkreten Bedeutungen gibt, werden sich für dich – egal ob als Urheber:in oder Creator:in – erst in bestimmten Kombinationen relevant. Creative Commons ist nämlich ein Baukastensystem aus vier Modulen: BY (Namensnennung), NC (nicht-kommerziell), ND (keine Bearbeitung) und SA (Weitergabe unter gleichen Bedingungen). Durch die Verbindung dieser einzelnen Module ergeben sich diese sechs Standardlizenzen.

CC BY
„Lizenz der Namensnennung“: Ich als Urheber:in erlaube anderen, mein Werk zu kopieren, zu verbreiten, zu bearbeiten und kommerziell zu nutzen. Bedingung: Mein Name als ursprüngliche:r Urheber:in muss immer genannt werden. Beachte dies bitte als Creator:in, wenn du entsprechend markiertes Material nutzt. Die CC BY (BY = Attribution) Lizenz ist geeignet für Wissenschaftler und Open-Access-Fans, die eine simple und starke Verbreitung bspw. ihrer Forschungsergebnisse wünschen.

CC BY-SA
„Lizenz der Weitergabe unter gleichen Bedingungen“: CC BY-SA erlaubt dir alles, was CC BY erlaubt wie kopieren, bearbeiten und kommerziell nutzen, aber mit einer zusätzlichen Einschränkung. Wenn du ein Werk bearbeitest und weitergibst, musst du das neue Werk unter derselben CC BY-SA (SA = Share Alike) Lizenz veröffentlichen. Hinter dem „Copyleft-Prinzip“ stehen Werke für OER (Open Educational Resources) und Community-Projekte wie Wikipedia, da es die Freiheit des Contents langfristig sichert.

CC BY-ND
„Lizenz der unbearbeiteten Werke“: CC BY-ND (ND = No Derivatives) erlaubt dir Verbreitung und kommerzielle Nutzung von Werken, solange die Urheber:innen genannt sind. Wichtigster Punkt: Das Werk darf nicht verändert oder in irgendeiner Form bearbeitet werden. Du musst es als Ganzes weitergeben, so wie die Urheber:innen es erstellt haben. Die CC BY-ND Lizenz ist eine gute Wahl für Fotografen, Künstler und Content Creator, die ihre Fotos oder Music Tracks in ihrer reinen ursprünglichen Originalform schützen möchten.

CC BY-NC
„Lizenz der nicht-kommerziellen Verwendung“: Ich als Urheber:in erlaube bei der CC BY-NC (NC = Non Commercial) Lizenz das Kopieren, Verbreiten und Bearbeiten meines Werkes. Der Name muss dabei zwingend genannt werden. Allerdings ist die Nutzung ausdrücklich für nicht-kommerzielle Zwecke erlaubt – niemand darf also mit meinem Content direkt oder indirekt Geld verdienen. CC BY-NC nutzen oft Hobby-Künstler oder Blogger, die zwar das Teilen fördern, aber einen kommerziellen „Raubbau“ vermeiden wollen.

CC BY-NC-SA
„Lizenz der Weitergabe unter gleichen Bedingungen“: Wie die anderen Creative Commons Lizenzen hier, baut auch CC BY-NC-SA auf vorherige Lizenzen auf. Das Werk darf kopiert und bearbeitet werden, aber nicht kommerziell genutzt werden. Wird es bearbeitet und weitergegeben, muss das neue Werk unter derselben CC BY-NC-SA-Lizenz veröffentlicht werden. CC BY-NC-SA gilt als „freie unfreie“ Lizenz und wird gerne von Bildungsanbietern genutzt, um „freie Lernzwecke“ zu garantieren, aber eine Kommerzialisierung zu verhindern.

CC BY-NC-ND
„Lizenz der nicht-kommerziellen Unbearbeitung“: Sie ist die Creative Commons Variante mit der größten Einschränkung für Nutzer:innen. Bei CC BY-NC-ND muss der Name genannt werden, das Werk darf weder kommerziell genutzt noch bearbeitet werden. Content darf lediglich im Original kopiert und verbreitet werden, zum Beispiel für private Zwecke. Ich sehe diese Lizenz oft bei „traditionellen“ Verlagen oder Unternehmen, die Inhalte zwar teilen, aber volle Kontrolle darüber behalten wollen.

Geeignet für?
Falls du dich kurz und knackig fragst, welche Lizenz zu welcher Zielgruppe passt und welche du als Urheber:in wählen solltest, dann schau dir diese Punkte an. Die Wahl der Lizenz hängt letztlich – wie alles im Leben – sehr von deinen Zielen ab. Bitte beachte, dass dies die Urheber-Perspektive darstellt – nicht die als finaler User.
- Hohe Verbreitung und Open Science: Hier wählst du CC BY oder CC BY-SA. Diese Lizenzen sind der Standard für Open Access Publikationen und freie Bildungsmaterialien (OER), da sie größtmögliche Freiheit garantieren und eine unkomplizierte Nutzung in der Forschung ermöglichen.
- Kreative Werke schützen: Wenn du als Designer oder Fotograf deine Original-Werke verbreiten und dabei sicherstellen möchtest, dass sie nicht verändert oder kommerziell verkauft werden, dann ist CC BY-ND oder CC BY-NC-ND deine license to choose.
- Gemeinnützige Projekte: Für Non-Profit-Organisationen (NPOs) und private Blogger:innen ist oft eine der NC-Lizenzen (bspw. CC BY-NC-SA) die bessere Wahl, um die Verbreitung des eigenen Contents ohne kommerziellen Missbrauch zu verhindern.
„Sonderlizenzen“
CC0
Mit CC0 (CC Null, 0 = Dedication = Lizenzverzicht) verzichtest du als Urheber:in auf alle dir zustehenden Urheber- und Leistungsschutzrechte weltweit – soweit gesetzlich möglich. Das Werk wird somit dem Public Domain (Gemeingut) übergeben. Das bedeutet, als (End-)Nutzer kannst du das Werk ohne jede Einschränkung, Namensnennung oder Bedingung verwenden – perfekt für Forschungsdaten oder gemeinnützige Archive.
PDM
Die Public Domain Mark (PDM) entsteht kein klassischer Lizenzvertrag, sondern es ist eine Art Kennzeichen. Als Urheber:in verwende ich es, um Werke zu markieren, die bereits definitiv zum weltweiten Gemeingut gehören wie alte Musikstücke. Es ist nützlich für sehr alte oder historische Werke, deren Urheberrechte abgelaufen sind, und dient dazu, die Öffentlichkeit über den Status des Werkes zu informieren.
CC+
CC $+ (CC Plus) ist ein Protokoll, das es Nutzern von CC-lizenzierten Werken erlaubt, zusätzliche kommerzielle oder nicht von der CC-Lizenz abgedeckte Rechte einfach zu erwerben. Es ist keine eigene Lizenz, sondern eine standardisierte Schnittstelle. Du kannst es verwenden, um potenziellen Käufern von Rechten direkt eine Kontaktmöglichkeit oder eine Preisliste für erweiterte Lizenzen anzubieten – ein recht seltener Fall in der Praxis.
CC REL
Achtung, holprig! Die Lizenz Creative Commons Rights Expression Language (CC REL) ist eine technische Spezifikation für maschinenlesbare Lizenzinformationen auf Websites. Es ermöglicht Suchmaschinen und Software, die Lizenzbedingungen eines Werkes (bspw. CC BY-SA) automatisch zu erkennen und zu verarbeiten. Es erleichtert die Auffindbarkeit und korrekte Einhaltung der Lizenzbedingungen im digitalen Raum.
C
Das „einzig wahre Original“: Werke mit dem echten Copyright-Symbol (©) unterliegen dem traditionellen Urheberrecht und sind mit „Alle Rechte vorbehalten“ lizenziert. Ihre Nutzung, Vervielfältigung oder Bearbeitung ist für dich ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis des Rechteinhabers in der Regel untersagt. Lediglich gesetzliche Schranken wie das Zitatrecht gelten. Du bist hier also volle Lotte eingeschränkt.

Bewertung Creative Commons Lizenzen
Meiner Meinung nach ist die Einhaltung der Creative Commons Lizenzen existentiell für eine funktionierende digitale Content-Welt. Für mich als Urheber sichern sie die Kontrolle darüber, wie meine Werke geteilt und genutzt werden, während sie gleichzeitig meine Sichtbarkeit erhöhen. Für Nutzer schaffen sie klare, standardisierte Regeln und rechtliche Sicherheit, wodurch sie frei und legal auf Millionen von Inhalten zugreifen und sie weiterverwenden können. Bitte beachte: Missachtung gefährdet dieses Gleichgewicht, untergräbt die Kultur des „Sharing is caring“ und kann bei falscher Kennzeichnung rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Mir persönlich erleichtern die Regeln rund um Creative Commons die Entscheidung über das Teilen meiner Inhalte erheblich. Es ist ein starkes Tool, das nicht nur Urheber schützt, sondern ein transparentes „Regelwerk“ für ein transparentes und produktives Internet-Ökosystem.
Welche Erfahrungen hast du mit CC-Lizenzen? Achtest du bei deiner Content-Nutzung strikt darauf oder lässt du die eine oder andere Regel auch mal „unter den Tisch fallen“? Hast du weitere Creative Commons Tipps? Schreib mir gerne einen Kommentar dazu. Danke und VG Jan

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